filialkirche in innerochsenbach zum Heiligen martin

Die Filialkirche zum hl. Martin in Innerochsenbach kam 1757 zum Pfarrgebiet Ferschnitz.

 

Die Entstehung der mit Bruchsteinen errichteten Kirche liegt weitgehend im Dunkeln, obwohl sie zu den interessanten Sehenswürdigkeiten in NÖ gehört. Vor dem 14. Jhdt. könnte die erste Bauphase der Filialkirche (Chorraum) gewesen sein, dem dann 100 Jahre später der Erweiterungsbau des quergestellten Langhauses folgte.

 

Berühmt sind in dieser Kirche die beiden Chorfenster mit gotischen figuralen Glasmalereien um 1400. Die beigegebenen Wappen der Familien Puchheim und Zelking weisen auf die Stifterin Elisabeth Pucheim hin, die mit Otto Zelking zu Schönegg (+ 1394) verheiratet war.

Von den ehemaligen gotischen Altären sind noch zwei Schreine aus dem 16. Jhdt. erhalten, die im frühen 18. Jhdt. mit barocken Zierrahmen eingefasst wurden.

 

Vorhanden sind zur Zeit sechs gotische Tafelbilder, deren Maler unbekannt ist und daher einfach der „Meister von Innerochsenbach“ genannt wird. Sie stammen aus den Jahren um 1521. Diese drei hier zeigen den hl.Valentin, den hl.Leopold und den hl.Nikolaus.

 

 

Aus Innerochsenbach gibt es auch noch weitere vier Temperabilder, die sich heute im niederösterreichischen Landesmuseum befinden. Sie wurden vor ca. 100 Jahren zur Restaurierung dorthin gebracht. Es handelt sich um die Tafeln mit dem hl. Sebastian, dem hl. Florian, dem hl. Rochus und dem hl. Cyriacus. In der NÖ Kunsttopografie 1909 sind sie noch in Innerochsenbach vermerkt.

Aus der frühbarocken Einrichtung stammt das Orgelempore und der Hochaltar mit einem Gemälde des hl. Martin. Im Turm des mit Schindeln gedeckten Daches befindet sich eine Glocke mit der Inschrift "Martin Fidler in Linz guß mich 1646".

 

 

Die vom Tischlermeister Johann Fichtenbauer aus Ochsenbach verfertigte Orgel - sie wurde in verschiedenen Fachbüchern fälschlicherweise als Barockorgel bezeichnet - stammt aus dem Jahre 1883. Sie war noch bis etwa 1975 spielbar, wurde dann jedoch zerlegt und nicht mehr zusammengebaut.

Die wertvollen Glasmalereien im Chorraum der Kirche wurden um Ende des 2. Weltkrieges entfernt und in Sicherheit gebracht. Ein Bombenabwurf im Jänner 1945 unweit der Kirche hätte die kostbaren Glasscheiben mit Sicherheit zerstört.

 

 Bei der 1967 erfolgten Innenrenovierung der Filialkirche wurden unter anderem ein an der rechten Wand des Schiffes befindliches, mit 1548 datiertes Fresko und sechs Weihekreuze freigelegt. Das Fresko zeigt den Fall Jesu unter dem Kreuz.

 

Das Hochaltarbild, die Darstellung des hl. Martin, aus der Mitte des 19. Jhdt., ist eine Laienarbeit von Aloisia Fürstin von Starhemberg.

 

 

Das Altarantependium (17. Jhdt.) des Hochaltares zeigt ebenfalls den hl. Martin.

 

Quelle: „400 Jahre Markt Ferschnitz“ 1989 Gottfried Langeder, Seite 259 – 265.